Herrn Raimund Wilhelmi Schreibersbildstr. 47 88662 Überlingen Sitzung des Gemeinderates vom 6. Juli 2011 Sehr geehrter Herr Wilhelmi, im Rahmen der Behandlung des Konzeptes für Kulturraum in der Kapuzinerkirche im Gemeinderat werden Sie mit der Aussage zitiert „dass es noch Bürgersinn im guten Sinn gebe“. Dies verstehen wir als Diffamierung unseres Vereins, und es ist uns nicht klar, wie Sie zu so einer Aussage kommen können. Wenn Sie dabei im Hinterkopf hatten, dass der Bürgersinn gegen den Standort der Therme am Westbad war, dann haben Sie offensichtlich vergessen, dass die Mehrheit der Überlinger Bürger, die damals zur Wahl gingen, mit uns der Meinung waren, dass dies der falsche Ort ist. Warum? Das Bodenseeufer wollten wir nicht weiter zugebaut sehen, wir wollten das parkähnliche Gelände und das Westbad erhalten, das jetzt nur noch ein Torso gegenüber früher ist. Hätte es das inzwischen abgesenkte Quorum damals schon gegeben, dann stünde die Therme heute dort nicht. Da das Gelände nun verbaut ist und die Stadt viel Geld in die Anlage investiert hat, das wesentlich mit zum heutigen Schuldenstand von Überlingen beiträgt, sind wir dafür, dass die Therme erfolgreich ist, auch modernisiert und - hoffentlich nur maßvoll - nach Osten erweitert werden muss. Ist das nicht etwa „Bürgersinn “? Wo könnte sonst noch Ihre Kritik begründet sein? Vermutlich, weil wir die Landesgartenschau kritisieren. Dafür haben wir aber Gründe, die nicht so einfach von der Hand zu weisen sind. Und was haben wir in den dazwischen liegenden Jahren gemacht? Wir haben uns für den Erhalt der Gräben und Stadtmauern eingesetzt zu einem Zeitpunkt, wo dies noch kein Thema in Überlingen war. Wir haben 2004 mit neun von uns organisierten Veranstaltungen, bei denen sich die Stadtkapelle, Überlinger Chöre, der Spielmannszug, dieBezirksbläser, Herr Vogler, Herr Liehner, der NABU und freischaffende Künstler der Region ehrenamtlich eingebracht haben, den Überlinger Bürgern bewusst gemacht, welch einen Schatz die Stadt da besitzt, und wie gefährdet dieser Schatz ist, weil Verwaltung und damaliger Gemeinderat die Renovierungsarbeiten immer wieder hinausschoben. Wir haben durch diese Veranstaltungen die Bürger motiviert, sich dafür einzusetzen und haben der Stadt als Anschubfinanzierung 30.000 € zur Verfügung gestellt. Weitere 10.000 € haben wir für die Naturbühne gespendet. Und wir haben mit nochmals 10.000 € kulturelle Einrichtungen in Überlingen, die Bibliotheken, die Ausstellungen im Faulen Pelz, das Sommertheater, das Lesezeichen u.a. gefördert. Auch Ihr Anliegen, das Rehgehege zu erhalten, haben wir unterstützt und dafür eine Dankesmail bekommen. Schließlich haben wir einen neuen Stadtführer von Überlingen herausgebracht, den wir finanziert, von dessen Verkauf wir aber keine Einnahmen haben. Dieser ist auf große Resonanz in der Stadt gestoßen. Wir wollten damit den Überlingern eine Freude machen und den Qualitätstourismus fördern. Mit Ihrer Äußerung haben Sie aber auch die ca. 230 Mitglieder unseres Vereins beleidigt, die sich für das Wohl der Stadt einsetzen und eine Wertschätzung verdient hätten und viele Überlinger Bürger, die uns nahe stehen. In einem geben wir Ihnen Recht. Das Konzept für die Kapuziner Kirche von Dr. Auriga ist eine hervorragende Initiative, der wir nur viel Erfolg wünschen können. Nachdem Ihre Äußerung in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung gefallen ist und im Südkurier zitiert wurde, geben wir der Oberbürgermeisterin und den Gemeinderäten eine Kopie dieses Schreibens. Wir dürfen die Hoffnung aussprechen, dass dieser Brief einen Nachdenkprozess auslöst und das Verhältnis zwischen Ihnen und dem Bürgersinn trotz Meinungs­verschiedenheiten auf ein konstruktives Niveau bringt. Mit freundlichen Grüßen Bürgersinn e.V. Henning v. Jagow      Joachim Betten
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Bürgersinn e.V.  Überlingen
An bedeutenden Fragen für die Zukunft Überlingens mitzuwirken, ist wichtiger denn je