Südkurier 09.04.2008 Bürgersinn: Luxushotel sinnlos Oberbürgermeister Weber: Beim Stadteingang West alles noch offen.   Überlingen(shi) Für "fragwürdig" hält der "Bürgersinn e. V." die Überlegungen zum Bau eines Luxushotels am Stadteingang West. In einem Brief an Oberbürgermeister Volkmar Weber äußern Henning von Jagow und Joachim Betten grundsätzliche Bedenken. "Jetzt ist vorgesehen, noch vor der Sommerpause eine EU-weite Ausschreibung für ein Hotel auf dem Grafschen Gelände durchzuführen", schreibt die Bürgerinitiative "Bürgersinn". Die Ausschreibung signalisiere "die Absicht, dass dort ein solches Projekt zur Ausführung kommen soll". OB Weber widerspricht der Auffassung, das Thema habe einen Automatismus angenommen, der nicht mehr zu stoppen sei. "Wir haben nicht vor, einen Architektenwettbewerb durchzuführen, der einseitig auf ein Hotel abgestellt ist. Wir wollen einen städtebaulichen Wettbewerb für Stadtplaner, Freiraumplaner und Landschaftsarchitekten ausloben. Hier können sich dann auch Architekten mit Plänen für ein Hotel einbringen." Die Bürgersinn-Vorstände von Jagow und Betten äußern grundsätzliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projekts. Das 2002 geschriebene Gutachten von St. Gallen, in dem der Stadt Überlingen ein Mangel an Luxus-Hotelbetten diagnostiziert wird, sei mittlerweile veraltet. "Gerade haben wir erfahren, dass das 330-Betten Hotel St. Leonhard in exponierter, exzellenter Lage im Schnitt nur zu 43 Prozent ausgelastet ist." Unstrittig sei allein, dass Überlingen weitere Zwei- bis Drei-Sterne-Hotels benötige, keine Vier-Sterne-Hotels. Das ins Auge gefasste "Grafsche Gelände" sei "kein geeigneter Standort für ein 120- Zimmer-Wellnesshottel", argumentieren die Vertreter des "Bürgersinns". Das Gelände mit 30 Metern Tiefe sei zu schmal. Abgesehen von der Lage in Seeenähe gebe es keinen Platz für Annehmlichkeiten wie einen Golfplatz, den sich die Gäste eines Vier-Sterne-Hotels wünschten. Ein massives Objekt an dieser Stelle widerspreche dem Ziel, den Stadtengang West "attraktiv und zukunftsorientiert" zu gestalten. Die "Nachverdichtung" in diesem Bereich stünde "in eklatantem Widerspruch" zur Aussage Thomas Nökens, dass die Stadt mit der massiven Bebauung innerhalb der bestehenden Wohngebiete teilweise "über das Ziel hinausgeschossen" sei. Und an die nachfolgenden Generationen müsse man schließlich auch denken und dürfe nicht jedes Grundstück am See verbauen. OB Volkmar Weber antwortet auf Anfrage des SÜDKURIER, dass eine Entscheidung mitnichten gefallen sei. Vor der Sommerpause werde lediglich eine Entscheidung für oder gegen einen "städtebaulichen Wettbewerb" getroffen. Der Prozess sei bislang offen gehalten und unter Bürgerbeteiligung geführt worden. Weber: "Wir brauchen dieses Hotel. Mit Herrn Götz von der Kur und Touristik haben wir einen Fachmann, der im Einzelnen diese Bettenzahlen darstellen kann." Das St. Gallener Gutachten habe "weiterhin Aussagekraft".
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Bürgersinn e.V.  Überlingen
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