See-Filetstück macht Investoren Appetit Südkurier 29.01.2008 VON HANSPETER WALTER Ein Areal in bester Seelange wird nach Fastnacht öffentlich ausgeschrieben. Das Grundstück der baufälligen Bootswerft Keller bei den Tennisplätzen wird im Wege des Erbbaurechts für eine neue Nutzung zur Verfügung gestellt. Ob Strandcafé oder Tauchsporteinrichtung, vieles ist denkbar - nur keine Wohnbebauung. Knapp 900 Quadratmeter groß ist das Grundstück am Strandweg 12 in bester Seelage in Überlingen. Es soll neu genutzt werden - denkbar wäre ein Strandcafé, eine Tauchsporteinrichtung oder eine Dependance eines Hotels. Überlingen - Lange Jahre war das große Werkstattgebäude bei den Tennisplätzen am See von den Schiffsbetrieben der Gebrüder Keller genutzt worden. Den Namen "Bootswerft Keller" hat es seitdem in der Stadt beibehalten, obwohl es schon seit 1990 vom Bodensee Yachtclub Überlingen (BYCÜ) als Bootslager und seit 2000 zudem von Franz Ganal als Werkstatt benutzt worden war. Beide haben das Objekt mit Ablauf des Pachtvertrags zum Jahreswechsel geräumt, in der Woche nach Fastnacht wird es für eine neue Nutzung öffentlich ausgeschrieben werden. Schon seit Sommer 2006 hatte sich der Gemeinderat mit dem weiteren Vorgehen auf dem städtischen Grundstück befasst und sich im Dezember endgültig darauf verständigt, die Fläche mit der maroden Immobilie nicht zu verkaufen, sondern im Wege eines Erbbaurechts für eine neue Bebauung zur Verfügung stellen. An eine Sanierung der Bausubstanz ist aus wirtschaftlichen Gründen ohnehin nicht zu denken, hatte Christine Jegler vom Liegenschaftsamt der Stadt deutlich. Schon im Jahr 2006 seien rund 60000 Euro veranschlagt worden, allein um den aktuellen Zustand zu erhalten und ohne dass die Investitionen aus Sicht der Verwaltung hätten wieder erwirtschaftet werden. Schon damals war der Stadt und dem Gemeinderat klar gewesen, dass nur ein Abriss und ein Neubau in Frage kämen. Das knapp 900 Quadratmeter große Grundstück am Strandweg 12 liegt im Bereich des Bebauungsplans "Mühlen-Walke" und ist derzeit nur mit dem Bestand ausgewiesen. Die bauliche Nutzung ist als "Sondergebiet-Kurbezirk" ausgewiesen. Die Rahmenbedingungen für eine Bebauung hatte der Gemeinderat jetzt noch einmal beraten und ohne große Reglementierungen festgezurrt. Schon lange vor der jetzt bevorstehenden Ausschreibung in der Vergangenheit waren Interessenten an die Stadt herangetreten, die das Gelände für gastronomische Zwecke oder für den Tauchsport nutzen wollten. Grundsätzlich sprach sich der Gemeinderat dafür aus, die Ausschreibung möglichst offen zu formulieren, um möglichst viele Ideen von Investoren zu bekommen. "Da drängt sich fast eine öffentliche Nutzung auf", hatte Stadtplaner Thomas Nöken betont. Denkbar sind für ihn eine Bildungseinrichtung, ein Schulungszentrum, aber auch die Dependance eines Hotels. Für eine Wohnbebauung sei die privilegierte Lage allerdings "zu schade". Es sei im öffentlichen Interesse, das Objekt nicht zu verhökern. Eine Frage war für Christine Jegler, ob die Ausschreibung mit oder ohne Einbeziehung des angrenzenden öffentlichen Parkplatzes in Richtung Strandweg als "Optionsfläche" erfolgen solle, der noch einmal 500 Quadtratmeter ausmache. Für eine "völlig freie Ausschreibung" plädierte Stadtrat Reinhard A. Weigelt (FDP), während Lothar Fritz (CDU) die Parkplätze unbedingt erhalten wollte. Angesichts der "Superlage" und der möglicherweise erzielbaren Preises für die Stadt wäre für Fritz auch ein Verkauf denkbar. Nicht zur Disposition steht die Optionsfläche für Stadtrat Udo Pursche (SPD), bei einer gastronomischen Einrichtung fürchtete er Konkurrenz zum städtischen Ostbad. In der Parkplatzfrage war dessen Fraktionskollege Oswald Burger ganz anderer Ansicht. "Es ist absurd, dass hier Autos mit Seesicht parken," erklärte Burger, "das lockt doch nur den Verkehr an." Eine Überbauung der Parkplätze könnte sich auch Ulrich Krezdorn (CDU) gut vorstellen. Möglichst viel Freiheit will auch Winfried Ritsch (FWV) möglichen Investoren lassen, selbst einen Seezugang für das Grundstück wollte er nicht ausschließen: "Sipplingen macht es uns vor." Einig war sich das Gremium, dass der öffentliche Fußweg am See dadurch nicht beeinträchtigt oder gar in Frage gestellt werden dürfe. Die "Bootswerft Keller" soll bald abgerissen werden. Bilder: Walter
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