Landesgartenschau 2020 Brief vom 30.3.2011 an Frau Oberbürgermeisterin Sabine Becker  Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, als kritische Beobachter der Planungen zur Landesgartenschau wollen wir uns jetzt erneut zu Wort melden. Es wurde entschieden, zunächst einen Realisierungswettbewerb durchzuführen, der Klarheit bringen soll, ob die Landesgartenschau abgehalten werden kann, und wenn ja mit welchen Projekten. Dies wird Kosten verursachen von bis zu 200.000 €. Mit der Vorbereitung dieses Wettbewerbes soll ein Planungsbüro betraut werden. Wir meinen, dass dieses unbedingt von auswärts kommen muss. Es soll die Eckpunkte für die Ausschreibung festlegen und muss dazu unvoreingenommen tätig werden können. Die Vorbereitungsarbeit wird noch weitere Kosten in unbekannter Höhe verursachen. Es irritiert uns, dass Sie schon jetzt keine Gelegenheit auslassen, die LGS zu propagieren. Darin sehen wir schon eine Weichenstellung, bevor die endgültigen Fakten bekannt sind. Wir bleiben bei unseren Bedenken, dass aufgrund der Haushaltslage mit einem Schuldenstand von 40 Mio. im Jahr 2014 die Gartenschau schwerlich finanzierbar sein wird. Auch wenn es eine Daueraufgabe bleiben soll, den Schuldenstand zurückzuführen, glauben wir, dass dies angesichts der hohen Dringlichkeitsinvestitionen nur in geringem Umfang möglich ist – wenn überhaupt. Besonders befürchten wir auch eine Überfrachtung der Stadt mit Besuchern, die zum größten Teil Tagesgäste sein werden.Anlässlich der Fünfjahresfeier der Bodenseetherme hat der damalige OB Weber erklärt, dass man den Besuch von Tagesgästen nicht forcieren will. In diesem Sinne haben auch Sie sich anlässlich Ihrer Vorstellung als OB Kandidatin beim Bürgersinn geäußert. Durch die erwarteten 1 Mio. Besucher der Landesgartenschau, dazu der Besucher der 1250. Jahresfeier und der vielen Tagesgäste, die schon jetzt Überlingen bevölkern, wird dies kontrastiert. Denn ausdrückliches Ziel der LGS ist auch „den Bekanntheitsgrad der Stadt zu stärken“. Die Bedenken der Mehrheit der Mitglieder des Bürgersinns könnten wohl zerstreut werden, wenn >sich der Schuldenstand der Stadt bis zur Entscheidung deutlich besser darstellt als heute prognostiziert; >sich bis zur Entscheidung erkennen lässt, dass die Stadt ihren dringendsten Verpflichtungen nachkommen kann, wie die Lösung des gesamten Verkehrsproblems, die Verbesserung der Situation der Schulen, der Ausbau der Kinderbetreuung, die Instandsetzung von Straßen und Gehwegen (übrigens auch des Belages der Uferpromenade); >die Stadt ein plausibles Finanzierungsmodell vorlegt. Bei geschätzten Gesamtkosten von ca. 20 Mio. € wurden die zusätzlichen Schulden, die bei der Stadt hängen bleiben, von ca. 8,1 Mio. €. auf ca. 6 Mio. reduziert. Das vermittelt den Eindruck einer Schönrechnung. Villingen-Schwenningen musste 14 Mio. € beisteuern, und Nagold rechnet mit der gleichen Summe; >die Untersuchungsergebnisse des Planungsbüros ausweisen, dass die zu erwartenden Gesamtbesucher sich alle in der räumlichen Enge von Überlingen bewegen können.   Ein Anliegen mit hoher Priorität ist für uns, dass das Grafsche Gelände auch über das Jahr 2020 hinaus eine Parkanlage bleibt, und damit einen attraktiven Stadteingang West sicher stellt (dass dieses bis zur LGS nicht bebaut wird, ist sowieso klar, denn sonst hätte man dafür kein Gelände). Dieses Areal wird - auch ohne Landesgartenschau - dringend gebraucht für die vielen Besucher der Stadt, die sich im Gedränge der Uferpromenade nicht mehr wohl fühlen. Es muss freigehalten und notfalls nur provisorisch hergerichtet werden, um dann nach und nach in Abhängigkeit von den Finanzierungsmöglichkeiten der Stadt in eine Parkanlage umgewandelt zu werden. So können wir auch ohne Landesgartenschau einen zu unserer Stadt passenden Stadteingang West schaffen, der wesentlich weniger Geld verschluckt als die ganze Landesgartenschau. Ein wichtiges Argument wäre, wenn bis zur LGS die B31neu fertig gestellt ist. Die Hoffnungen, die Staatssekretär Scheuer kürzlich dazu in Überlingen geweckt hat, sind noch zu unverbindlich. Wenn bis zur Entscheidung über die Landesgartenschau hierzu verbindliche Zusagen des Bundes bzw. Landes vorliegen, wäre dies auch für den Bürgersinn ein positives Signal. Zunächst ist abzuwarten, zu welchem Ergebnis der Realisierungswettbewerb kommt. Mit freundlichen Grüßen Bürgersinn e. V. Henning v. Jagow Joachim Betten
Startseite Startseite Aktuell Aktuell Wer sind wir Wer sind wir Projekte Projekte Aktionen Aktionen Gräben Gräben Galerie Galerie Archiv Archiv
Bürgersinn e.V.  Überlingen
An bedeutenden Fragen für die Zukunft Überlingens mitzuwirken, ist wichtiger denn je