Auszug aus der Ansprache des 1.Vorsitzenden anlässlich der Hauptversammlung am 22.10.09 Bericht des Vorsitzenden Der Verein, der auch im Berichtsjahr in vielen Aktionen aufgetreten ist, konnte erneut die Anzahl der Mitglieder erhöhen. Anzahl 2006 177 Anzahl 2007 210 Anzahl 2008 232 Anzahl 2009 238 Wir haben uns somit gegenüber dem letzten Jahr um weitere 6 Mitglieder vergrößert. In der genannten Periode von 4 Jahren entspricht dies einer Zunahme von 34 %. Damit können wir sehr zufrieden sein und hoffen, dass noch weitere Überlinger Bürger den Weg zu uns finden. Nachdem im vergangenen Jahr Frau Becker als neue Oberbürgermeisterin gewählt wurde, wurde am 08.06.09 auch einer neuer Gemeinderat bestimmt. Von beiden erhoffen wir uns kluge und weitsichtige Entscheidungen für Überlingen und eine gute Zusammenarbeit mit uns, auch wenn wir bei bestimmten Anlässen andere Meinungen haben könnten. In Owingen haben wir bei der Bürgermeisterwahl gerade die Folgen erlebt, wenn die Ansichten der Bürger von den Regierenden nicht wahrgenommen werden. Hier verlor ein an sich angesehener Bürgermeister sein Amt, weil er sein Ohr nicht mehr bei den Bürgern hatte. Es können aber auch Amtierende das Vertrauen der Bevölkerung verlieren, was sie ebenfalls vermeiden sollten. Um welche Sachfragen haben wir uns im Berichtsjahr gekümmert? Wenn ich mit den Freibädern beginne so deshalb, weil diese unter unserer besonderen Beobachtung stehen. Galt der Bürgerentscheid zum Standort der Therme ja auch dem Erhalt des alten Westbades. Westbad Wurde mit einem Aufwand von 1.160.000 € saniert. Diese Summe wurde durch die Bodenseetherme aufgebracht. Die Sanierung ist gut gelungen. Was noch fehlt ist die Instandsetzung des Sprungturmes, den gerade junge Menschen sehr vermissen. Allerdings ist das Westbad bei schönem Wetter in der Ferienzeit überfüllt gewesen. 2000 bis 3000 Badbesucher pro Tag sind da gewesen. Man musste um jeden Quadratmeter Liegefläche kämpfen. Von Erholung blieb nicht viel übrig. Es zeigen sich hier die Folgen der Verkleinerung der Badfläche um ein Drittel. Manche träumen immer noch davon, man könnte durch das Westbad einen Weg legen, damit man einstens möglichst lange mit Seesicht zur Goldbacherkappelle  wandern kann. Aber es macht keinen Sinn, eine Weg von vielleicht 300m für Fußgänger zu erschließen, die sowieso vor der Therme und dann wieder vor der „Westbahnhof Mole“ auf den normalen Weg zurückgehen müssen. Auch wenn beruhigend gesagt wird, es solle ja kein betonierter Weg werden, und dieser wäre nur außerhalb der Badesaison benutzbar, würde er den Charakter des Bades nochmals verändern und die Fläche weiter verkleinern. Wenn solche Pläne tatsächlich akut werden, würden sie unseren Widerstand und denen der Westbädler hervorrufen. Also Finger weg vom Westbad, das wollen wir nochmals ganz klar unterstreichen. Ostbad Nun ist erforderlich, auch das Ostbad zu sanieren. Hier sind die Badekabinen so marode, dass sie angeblich nicht mehr instand gesetzt werden können. Auch soll das neue Gebäude nach Osten zur geplanten neuen Unterführung verlegt werden, damit der enge Weg, wo Fußgänger und Radler sich ständig gefährden, entzerrt wird. Für die Sanierung gab es einen Wettbewerb, den das Architektenbüro Elsing & Plosser bzw. der Landschaftsarchitekt Röder gewonnen haben. Die Kosten liegen bei 1,9 Mio. €, von denen das Land voraussichtlich 451.000 € übernehmen würde. Die Finanzlage der Stadt erfordert jedoch das Projekt zu überarbeiten, um Kosten zu senken. Vor allem ist wohl vorgesehen, die Außenanlage deutlich abzuspecken. Entscheidungen sind bisher nicht bekannt geworden. Inzwischen haben sich Ostbadbesuchern an uns gewandt mit der Bitte, dass sich der Bürgersinn dafür einsetzt, dass die Tradition dieses 85-Jahre alten Bades nicht auf der Strecke bleibt, und dass alles vermieden wird, was ein Massenbad erzeugen könnte. Diese Sorgen sind auch durchaus berechtigt, denn der prämierte Entwurf sah unter anderem Flachwasserzonen mit künstlichen Felsen vor „zwischen denen fröhliche Kinder plätschern“. Wir haben uns daher brieflich an die OB gewandt und darum gebeten, dass das Ostbad in den Außenanlagen nur behutsam saniert wird und Spaßeinrichtungen keinesfalls dominieren. Auch haben wir vorgeschlagen, dass Stadt und Bürgersinn gemeinsam vor Ort eine Bürgerunterrichtung durchführen, so wie dies auch im Westbad gemacht wurde. Diese Unterrichtung sollte so rechtzeitig sein, dass Anregungen der Badegäste noch berücksichtigt werden können. Die Stadt hat geantwortet, dass der Erhaltung des Charakters des Ostbades dem Gemeinderat und der Verwaltung ein großes Anliegen sei, und dass die Öffentlichkeit so zeitnah unterrichtet wird, dass Anregungen der Badbenutzer noch berücksichtigt werden können. Da in diesem Brief aber nicht auf die angeregte gemeinsame Veranstaltung Bürgersinn/Stadt eingegangen wurde, haben wir in einem weiteren Brief dazu nachgefasst und auch die Erwartung geäußert, dass die endgültige Gestaltung nicht in geheimen Sitzungen des Gemeinderates schon soweit abgesprochen wird, dass es in einer öffentlichen Sitzung noch zu einer kurzen Debatte kommt mit anschließenden Beschlüssen. Dies würde das Mitsprachrecht der Bürger aushebeln. Das ist keine an den Haaren herbeigezogene Forderungen, denn schon früher wurde Verwaltung und Gemeinderat gerügt, dass zu viel nicht öffentlich vor entschieden wird. Bei der Neuorganisation der Verwaltung ist man kürzlich gerade noch einer Beschlussungültigkeit vorbeigeschrammt. Wenn wir beim Ostbad so empfindlich reagieren, dann weil wir hier schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Sie erinnern sich, meine Damen und Herren, der Bürgersinn hat sich gemeinsam mit der Öffentlichkeit massiv dagegen wehren müssen, dass im Ostbad ein Fahrradhotel gebaut wird. Das hätte schon damals den Tod dieses Bades bedeutet. Übrigens haben in diesem Sommer 42.000 Badegäste das Ostbad genutzt, während das Westbad 53.000 Gäste hatte. Zu beiden Bädern. Viele Badegäste stören sich daran, dass Die Jahresöffnungszeiten der Bäder zu unflexibel gehandhabt werden. So schließen die Bäder zum 15.09. egal wie die Witterung ist und welche Wärme das Bodenseewasser hat. Von den Betreibern wird ins Feld geführt, die Aufsicht koste für die reduzierte Gästezahl zu viel. Aber diesen Service sollte sich eine Kurstadt leisten, wobei ja in verlängerten Öffnungszeiten die Bäder nur nachmittags geöffnet werden müssten, und die Besucher sicher verschmerzen würden, wenn da die Gastronomie geschlossen bliebe. Kritisiert wird auch, dass Badegäste, die bis zum Abend arbeiten müssen und nur noch kurz zum Schwimmen gehen wollen, das volle Eintrittsgeld abverlangt wird. Es wäre erfreulich, wenn in der nächsten Saison eine günstigere Regelung getroffen wird.   Therme Hier noch ein Wort zur Therme. Sie hat auch im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftskrise erfolgreich gearbeitet. Ein Engpass ist die Sauna, die zu vergrößern ist. Dies einerseits wegen des Wechsels in der Leitung der Therme selbst und auch bei der Bädergesellschaft durch Ausscheiden der Herren Lutz und Sternnagel. Die großen Ausbaupläne für die eine Summe von 10 – 12 Mio. € im Gespräch war, wird aber nicht kommen und es gibt auch keinen weiteren Würfel. Über einen moderaten Masterplan wird voraussichtlich dieses Jahr nicht mehr entschieden. Kalender 2009 Wir haben bekanntlich für dieses Jahr wieder einen Kalender mit historischen schwarz/weiß Bildern ausgesuchter Objekte unserer Stadt herausgebracht unter dem ansprechenden Titel „so isches gsi… z`Iberlinge“. Wieder hat das Fotoatelier Lauterwasser die Fotografien kostenlos zu Verfügung gestellt, wofür wir Lauterwasser für die Großzügigkeit bei dieser und den vorherigen Ausgaben herzlich danken. Im Mai konnten wir als Erlös aus dem Verkauf, der Oberbürgermeisterin 10.000 € übergeben. Diese sollen für die Restaurierung der Naturbühne im Stadtgarten verwendet werden. Als „ganz außerordentlich“ bezeichnete Frau Becker diese stolze Summe. Berichtet wurde darüber sowohl im Südkurier als auch im HalloÜ. Die Naturbühne haben wir schon 2006 durch Veranstaltungen im Rahmen unserer Aktion für den Erhalt der Stadtgräben neu belebt. Sommerausstellung 2009 in der Galerie Fauler Pelz Thema „Impressionismus und Japanmode - Edgar Degas und James Whistler“ Es war eine Sensation, dass es dem Kulturamt gelang, bedeutende Werke nach Überlingen zu bringen. Mehr als 10.000 Besucher haben die Ausstellung gesehen, und wir freuen uns über diesen großen Erfolg, der allerdings auch viel Arbeit und Einsatz hinter den Kulissen erforderte. Der Bürgersinn hat schon bei den ersten Plänen für diese Ausstellung dem Kulturamt signalisiert, dass er diese finanziell unterstützen wird und hat dafür 1.000 € zur Verfügung gestellt. Dies ist für das Projekt keine große Summe, für den Bürgersinn mit seinem bescheidenen Etat aber schon. Zum 23.07.09 haben wir unsere Mitglieder zur Besichtigung eingeladen. Fast 60 Personen sind gekommen. Dr. Brunner hat wieder durch die Ausstellung geführt. Für die Teilnehmer eine bleibende Erinnerung. Nach der Ausstellung über Russische Kunst und der Walser-Ausstellung war es schon zum dritten Mal, dass wir mit interessierten Mitgliedern in den Sommerausstellungen gewesen sind. Stadteingang West Wie dieser gestaltet werden soll, ist zumindest öffentlich nicht bekannt. Wir hoffen nach wie vor, dass dieses letzte Seegrundstück als Grünfläche bzw. Parkanlage gestaltet wird. Auch eine moderate Bebauung ist denkbar z.B. für kulturelle Zwecke. Unverändert sind wir aber gegen ein Viersterne-Hotel an diesem Standort und gegen eine weitere massive Bebauung Unsere Gründe gegen die Hotelansiedlung darf ich verkürzt noch einmal deutlich machen: Ungeeigneter Zuschnitt des schmalen Geländes, eingezwängt zwischen seeseitiger Promenade und der neuen Straßenführung am Gleis und der gleich dahinter liegenden Eisenbahnstrecke Gelände ohne Einrichtungen, die es für einen verwöhnten Gast dieser Hotelkategorie interessant machen. Kein Golf, kein Reiten, keine Parkanlage, nicht einmal gute Bademöglichkeiten. Ein Hotel mit 120 Zimmer á lá St. Leonhardt bleibt – man kann es drehen wie man will ein – ein Bauklotz, der entweder in die Länge gezogen werden muss und dann einen großen Platzanteil am Gelände beansprucht oder er ragt mit mehreren Stockwerken in die Höhe, verdeckt die dortige felsige Hangkante und bietet kein anziehendes Bild vom See her gesehen. Das Schreckgespenst ist, dass das Hotel wenn es nicht reüssiert später notgedrungen in Eigentumswohnung umgewandelt werden muss. (Fünfmühlensyndrom)   Durch die zusätzliche Bebauung entstünde eine neue massive Nachverdichtung eines innerstädtischen Geländes. Das Ziel als Jahrhundertprojekt dort einen attraktiven Stadteingang zu gestalten, wäre gescheitert. Diese Meinung haben viele Bürger. Sie erinnern sich, dass wir im Frühjahr vergangenen Jahres an zwei Samstagen, an Ständen auf den Samstagswochenmarkt 900 Unterschriften gegen das Vorhaben erhielten Obgleich die Diskussion um ein solches Hotel verstummt ist, ist das Projekt noch immer nicht ganz vom Tisch. Der zweite Hotelstandort am Härlen erscheint uns da weit besser. Dort wollten wir seinerzeit die Therme ansiedeln, was uns den Vorwurf einbrachte, wir wollten sie ins Hinterland verschieben. Dieses Gelände bietet genügend Raum für eine Hotelanlage, die dem Gast etwas Besonderes bietet. Seeschulen Aus einem Interview des Südkuriers im Mai 2009 mit Frau Becker wurde bekannt, dass die Erbaupächter von ihrer Kaufoption Gebrauch machen und das Grundstück Seeschulen und damit alle drei Gebäude erwerben wollen. Unverständlich bleibt, weshalb eine solche Kaufoption überhaupt eingeräumt wurde und noch dazu in zwei zeitlichen Stufen. Hier hat das Kontroll- bzw. Mitbestimmungsrecht des Gemeinderates nicht gegriffen.Da die Pächter eine Reihe von Auflagen nicht erfüllt haben, wehrt sich die Stadt gegen den Verkauf. Im Juli gab es ein weiteres Interview von Frau Becker mit dem Überlinger Unternehmen Leckebusch. Dort wurde berichtet, dass den Investoren eine Frist per Ende Juni gesetzt wurde, die ohne Erfolg blieb. Frau Becker wollte noch keine Aussage zum Ausgang einer möglichen rechtlichen Auseinandersetzung machen. Neueres ist bisher nicht bekannt. Der Bürgersinn hat jedenfalls umgehend nach Bekannt werden des Interviews vom Mai einen Leserbrief geschrieben und diese Initiative begrüßt. Für uns wäre es schrecklich, wenn diese drei stadtprägenden Gebäude am See für immer der Verfügungsgewalt der Stadt verloren gingen. Tourismus Jetzt komme ich zu einem Thema, das den Charakter einer heiligen Kuh hat, aber eben doch einmal angesprochen werden muss. Wie wir erlebt haben, hat dieses Jahr der Fremdenverkehr erheblich zugenommen. Dies hat freilich auch seine Schattenseiten: eine übervolle Kurpromenade, die teilweise an den Besucherstrom bei früheren Promenadenfesten erinnerte, volle Parkhäuser, keine freien Parkplätze, überfüllte Restaurants und Kaffees, Flut von Fahrrädern, die sich oft nicht an Verbotszonen hielten. Viele Einheimische stören sich an dieser Entwicklung. Damit keine Missverständnisse aufkommen: wir wissen sehr wohl, dass der Fremdenverkehr eine der wichtigsten Einnahmequelle unserer Stadt ist, und dass er eine große Bedeutung für Vermieter, Gastronomie, Einzelhandel hat und auch viele Arbeitsplätze bringt. Nur erscheint die Balance zwischen Fremdenverkehr und den Bedürfnisse der Bürger. die hier das ganze Jahr leben und sich in ihrer Stadt auch wohl fühlen wollen, ins Wanken zu kommen. So jedenfalls empfinde ich dies und höre es auch in Gesprächen von Mitbürgern. Natürlich kann man die Quote der Urlauber nicht beschränken. Es ist nicht möglich wie im Mittelalter Brücken hochzuziehen. Aber ist es nötig, immer weitere Events zu schaffen, die noch mehr Besucher in die Stadt ziehen? Ich denke da zum Beispiel an die unselige Idee am Ufer eine Tauchgondel zu installieren, die mehrfach am Tag 30 Personen in die Tiefe bringen soll. Das ist immerhin ein Riesengebilde und verschandelt, wo immer es steht, die Uferlandschaft und bringt entsprechende Unruhe in die Uferzone. Es ist völlig unverständlich, dass nicht der alte Gemeinderat ein solches Projekt in Bausch und Bogen abgelehnte, sondern dieses zur weiteren Überprüfung an die Stadt verwies. Eine Überfüllung unserer Stadt kann schließlich auch für die weitere Entwicklung des Fremdenverkehrs kontraproduktiv sein, wenn sich die Besucher hier nicht mehr wohl fühlen, zumindest diejenigen, welche hier einen längeren Urlaub machen. Ein hochwertiger Fremdenverkehr sollte in Überlingen Priorität haben. Dagegen helfen auch keine Berechnungen wie viel ein Tagestourist an Geld ausgibt. Gemeinderat und Stadt sollte die Lebensqualität der Bürger bei Entscheidung mit ins Kalkül ziehen und nicht in die Angst verfallen, andere Städte könnten uns im Fremdenverkehr überflügeln. Hier kommt auch die Cittaslow ins Spiel, die internationale Vereinigung lebenswerter Städte, der Überlingen seit 2004 angehört. Deren Ziele sind u .a. Charakteristische Stadtstruktur d. h. behutsame Stadterneuerung und nachhaltige Stadtentwicklung Kultur und Tradition will sagen Wahrung regionaler Besonderheiten Typische Kulturlandschaft d. h. Vielfalt von Flora und Fauna schützen, charakteristische Eigenart bewahren, Schönheit der Landschaft aufzeigen Das Sinnbild von Cittaslow ist eine Schnecke als Symbol der Langsamkeit, besser wohl ausgedrückt als Symbol der Nachhaltigkeit. Alles Ziele für die auch wir uns einsetzen. Nur hat man den Eindruck, dass Überlingen Cittaslow vor allem für die Touristenwerbung verwendet und vielleicht noch für die Entwicklung regionaler Märkte. Das reicht aber nicht aus. Als die Stadt mit Zustimmung des Gemeinderates sich für einen Beitritt entschlossen hat, dann hat sie doch sicher auch den Geist der Einrichtung unterstützen wollen. Wenn danach gehandelt wird, sind viele Anliegen des Bürgersinns abgedeckt. Wenn wir auch wissen, dass eine Stadt nicht stehen bleiben kann, so sollten Veränderungen eben behutsam geschehen und die Eigenheiten und den Flair von Überlingen erhalten. In diesem Zusammenhang. Überlingen feiert 2020 sein 1250-jähriges Bestehen. Das allein ist ein Ereignis, das weit über die Stadt hinaus wirkt und viele Besucher anlocken wird. Nun besteht der Wunsch möglichst kombiniert mit der 1250- Jahresfeier noch eine Landesgartenschau durchzuführen, die nach Erhebungen von Experten allein zwischen 620.000 bis 858.000 Besucher nach Überlingen bringen soll und damit den Massentourismus weiter vergrößert. Sie wissen: der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit beschlossen eine Bewerbung im Zeitraum 2015 - 2025 durchzuführen. Überlingen erwartet hierfür Ausgaben von ca. 11 Mio. Dazu kommen noch der Kauf des Grafschen Geländes, und die Verlegung der Straße an die Bahngleise. Man erhofft sich eine Beteiligung des Landes von 5 Mio. € und Einnahmen in Höhe von ca. 7 Mio. €. Eines der wichtigsten Anliegen der Stadt ist es, im Rahmen der Landesgartenschau eine durchgehende Uferpromenade bis zur Goldbacherkappelle zu schaffen. Da entstehen schon gewichtige Fragen: Ist die Verlängerung der Uferpromenade bis zur Goldbacherkappelle tatsächlich so wünschenswert? Wollen wir wirklich die Goldbacher Kappelle einem Besucherstrom aussetzen und den erfolgreichen Campingplatz in Mitleidenschaft ziehen? Kann sich Überlingen bei seiner schwierigen Finanzlage das Risiko einer zusätzlichen Verschuldung leisten, wenn die warteten Einnahmen / Ausgaben nicht plangemäß erreicht werden? Wollen wir Überlingen einer Flut zusätzlicher Besucher aufgrund der Landesgartenschau aussetzen? Noch zu den Menschen, die zur 1250- Jahresfeier hierher strömen werden? Die Entscheidung soll im nächsten Monat fallen. Noch können wir uns allerdings nicht vorstellen, dass - vom Land her gesehen - Überlingen eine erste Adresse für diese Veranstaltung ist. Wir sind hier so gut aufgestellt, dass es andere Städte gibt, die eine Gartenschau viel nötiger haben.
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Bürgersinn e.V.  Überlingen
An bedeutenden Fragen für die Zukunft Überlingens mitzuwirken, ist wichtiger denn je